Impulse und Ideen von Bürgern für den Kernort gefragt

Ein Beteiligungsworkshop und ein losbasierter Bürgerrat sollen Empfehlungen für eine attraktive Grüne Straße von Kreisel zu Kreisel entwickeln.
Ottersberg – Nicht wirklich konfliktbehaftet, aber doch ein Thema, „das schon länger darauf wartet, angegangen zu werden“, ist für Ottersbergs Bürgermeister Tim Willy Weber die Grüne Straße im Ortskern, genauer ihre optische und funktionale Gestaltung. Gut findet der Verwaltungschef es deshalb, dass die interfraktionelle Steuerungsgruppe des Gemeinderates die Grüne Straße zum Thema für den dritten losbasierten Bürgerrat im Flecken erkoren hat. Der Bürgerrat soll dazu im Juni Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung erarbeiten. Vorab gibt es am 14. März einen Beteiligungsworkshop für alle Interessierten, dafür läuft die Anmeldezeit.

Zwischen den Kreiseln Große Straße und Am Damm führt die Grüne Straße vorbei an Cafés, Läden, Rewe-Markt, Sparkasse, Kirche, Rathaus und Polizei – ziemlich viel Infrastruktur geballt auf wenig Raum, weshalb dieser Abschnitt im Ortskern stark frequentiert und viel befahren ist. Eine attraktive Gestaltung und Verkehrsführung der Grünen Straße wäre also angemessen. Dafür sind Impulse und Ideen aus der Mitte der Bevölkerung gefragt. Konkret geht es Weber zufolge um die Gestaltung von Plätzen mit Aufenthaltsqualität an der Grünen Straße („um Beleuchtung, Bepflanzung, Sitzgelegenheiten“), um eine entlastende Verkehrslenkung und außerdem um die Entwicklung und Umgestaltung des benachbarten Busbahnhofs am Brink.
Zum Auftakt des Bürgerbeteiligungsverfahrens veranstaltet die Gemeinde einen öffentlichen Workshop unter dem Titel „Von Kreisel zu Kreisel – die Grüne Straße attraktiver gestalten“. Persönlich eingeladen wurden laut Weber die Anlieger und verschiedene Interessengruppen sowie auch Vertreter des Schulzentrums. Neben den direkt Betroffenen können aber alle Interessierten mitmachen und am Samstag, 14. März, von 11 bis 16 Uhr im Rathaussaal Empfehlungen ausarbeiten, die dem Bürgerrat als Grundlage an die Hand gegeben werden sollen. Die Moderation übernimmt das Regionalmanagement der EU-geförderten Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung um Marcel Bonse.
Anmeldungen zu dem Beteiligungsworkshop werden bis zum 11. März im Rathaus entgegengenommen – telefonisch unter 04205/317012 und per E-Mail an info@flecken-ottersberg.de.
Für den 5. und 6. Juni wird auf Beschluss des Gemeinderates dann ein Bürgerrat zum Thema Grüne Straße einberufen. Wie bei den ersten beiden Beteiligungsformaten dieser Art werden aus dem Einwohnermelderegister 300 Adressaten für eine Einladung zum Bürgerrat ausgelost. Bei einer erwarteten Rücklaufquote von etwa zehn Prozent hofft die Verwaltung auf mindestens 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese Anzahl wäre perfekt für Benno Trütken von der bundesweit tätigen Gesellschaft für Bürgergutachten (GfB), die auch diesen Bürgerrat in Ottersberg moderieren wird.
25 Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten, die innerhalb von fünf Kleingruppen wechselweise miteinander diskutieren, findet Trütken optimal für eine effiziente Arbeit. An deren Ende soll ein Bürgergutachten stehen: Handlungsempfehlungen für die Politik, auf die der Bürgerrat sich im gesteckten Rahmen verständigt hat – im besten Fall praktikable, wirklichkeitsnahe Lösungen, die auf dem gemeinsamen Nachdenken und auf vielseitiger Lebens- und Berufserfahrung beruhen.
Die Pflöcke für den Bürgerrat werden beim Beteiligungsworkshop im März eingeschlagen – oder wurden schon politisch gesetzt, wie etwa die Entscheidung, für die Grüne Straße zwischen den beiden Kreiseln Tempo 30 zu beantragen.
Die aufbereiteten Ergebnisse des Bürgerrats werden laut Zeitplan im August öffentlich vorgestellt und im politischen Raum weiter beraten. Die Kosten für dieses Bürgerbeteiligungsformat liegen nach Angaben des Bürgermeisters bei unter 15.000 Euro.